✳ Wissenswertes

Rauchen und Zahngesundheit

Wie beeinflusst das Rauchen Zähne, Zahnfleisch und Implantate? Was ein Rauchstopp bewirkt und warum er sich lohnt.

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Starke Raucher sind zahnärztliche Risikopatienten

Von „starken Rauchern“ spricht man ab 10 Zigaretten pro Tag. Wundheilstörungen treten aber bereits ab 5 Zigaretten pro Tag auf, wenn über viele Jahre geraucht wird.

Rauchen bewirkt unter anderem ein erhöhtes Risiko für:

  • Erkrankungen der Mundschleimhaut
  • aggressive, chronische und schwer behandelbare Parodontitis
  • Implantatversagen

Parodontitis und Implantation beim Raucher

Starkes Rauchen erhöht das Risiko für Erkrankungen des Zahnhalteapparates um das 3- bis 6-fache. Das Risiko steigt weiter, je länger geraucht wird und wenn weitere Faktoren dazukommen, etwa eine genetische Veranlagung (IL-1-High-Response). Raucher und IL-1-High-Responder haben auch ein erhöhtes Risiko für Implantatverluste: Bei bis zu 50 % dieser Patienten treten Komplikationen mit Implantaten auf.

Die Effekte und Risiken des Rauchens bei Parodontitis und Periimplantitis sind zum Beispiel:

  • Durchblutungsstörungen
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Wundheilstörungen
  • gute Lebensbedingungen für Bakterien, die ohne Sauerstoff leben (Kohlenmonoxid verdrängt Sauerstoff)
  • ein erhöhtes Risiko für Parodontitis und Periimplantitis
  • weniger Symptome und damit eine spätere Diagnose, die Parodontitis ist dann oft schon weiter fortgeschritten
  • ein schwererer Krankheitsverlauf mit tieferen Zahnfleischtaschen, mehr Knochenverlust und mehr Zahnverlust

Mehr als 70 % der Parodontitis-Patienten und 90 % der Patienten, bei denen die Therapie nicht anschlägt, sind Raucher. Deshalb wird bei Rauchern zusätzlich zur mechanischen Parodontitis-Therapie eine Antibiotika-Therapie über 10 Tage empfohlen.

Rauchen ist der wichtigste Einzelfaktor für ein Implantatversagen. Studien zeigen eine 2- bis 2,7-fach höhere Rate als bei Nichtrauchern. Bei Rauchern verbessert eine Antibiotika-Gabe rund um die Implantation das Überleben des Implantats deutlich (4,7 % gegenüber 14,9 % Frühversagen).

Ein Rauchstopp lohnt sich

Die negativen Auswirkungen des Rauchens im Mund sind teilweise umkehrbar. Ganz auf dem Niveau von Nie-Rauchern sind Zahnfleisch und Therapieerfolg zwar erst nach etwa 10 Jahren, der Schweregrad der Erkrankung nähert sich in Studien aber bereits nach einem Jahr an. Ein Rauchstopp begleitend zur Parodontitis-Therapie oder Implantation ist daher höchst sinnvoll und steigert die Erfolgsaussichten.